Walross inmitten des Eismeeres.

Walross: Gigant mit besonderen Fähigkeiten

Das Walross ist ein faszinierender Meeressäuger mit besonderen Eigenschaften. In diesem Steckbrief kannst du mehr über dieses Tier erfahren.

Walross Steckbrief

  • Lateinischer Name: Odobenus rosmarus
  • Größe: 2,3-3,6 m
  • Gewicht: 400-1.700 kg
  • Alter: 20-40 Jahre
  • Verbreitung: Nördlicher Atlantik, Pazifik, Arktischer Ozean
  • Lebensraum: Arktische Regionen
  • Feinde: Eisbär, Orca
  • Nahrung: Muscheln, Schnecken, Weichtiere
  • Englisch: walrus

Hier findest du lustige Fakten: Fun Facts

Bleistiftzeichnung von einem Walross

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Wo leben Walrosse?

Walrosse sind beeindruckende Meeressäugetiere, die in den kalten Gewässern der Arktis beheimatet sind. Sie finden sich hauptsächlich entlang der eisigen Küsten des nördlichen Atlantiks und Pazifiks. Ihr Lebensraum erstreckt sich von der Beringstraße und der Tschuktschensee über die Küsten von Alaska und Nordkanada bis hin zu den Gewässern rund um Grönland und Spitzbergen im Nordatlantik.

Walrosse bevorzugen Gebiete, die reich an Eisplatten sind, auf denen sie sich zwischen ihren Tauchgängen nach Nahrung ausruhen können. Diese Eisplatten bieten ihnen nicht nur Schutz vor natürlichen Feinden, sondern sind auch entscheidend für ihre Fortpflanzung und soziale Interaktion. Der Klimawandel beeinflusst jedoch zunehmend ihren Lebensraum, indem er das Meereis reduziert.

Diese Arten gibt es

Walrosse werden in drei Unterarten unterteilt, die sich in ihrer geografischen Verbreitung und teilweise in ihren physischen Merkmalen unterscheiden.

Das Atlantik-Walross ist im Nordatlantik verbreitet, von Kanada und Grönland bis zur Barentssee. Sie sind im Vergleich zu anderen Unterarten meist etwas kleiner und die Stoßzähne der Weibchen sind etwas weniger ausgeprägt.

Das Pazifik-Walross findet man hauptsächlich in den Gewässern zwischen dem östlichen Sibirien und Alaska sowie südlich bis zur Beringstraße. Diese Walrosse sind in der Regel größer als ihre atlantischen Verwandten und zeichnen sich durch längere und massivere Stoßzähne aus.

Das Laptev-Walross ist weniger bekannt und seine Population kleiner. Es ist vor allem im Laptevmeer zwischen Sibirien und dem Arktischen Ozean zu finden. Es unterscheidet sich genetisch von den anderen beiden Unterarten, obwohl es äußerlich schwer zu unterscheiden ist.

Kuscheltier

Walross Kuscheltier

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Besondere Merkmale des Walross

Zu den auffälligsten Eigenschaften zählen die langen, nach unten gerichteten Stoßzähne, die bei beiden Geschlechtern vorkommen und eine Länge von bis zu einem Meter erreichen können. Diese Stoßzähne dienen nicht nur als Werkzeuge zum Graben nach Nahrung im Meeresboden, sondern auch zum Klettern auf Eisflächen und als Waffe gegen Raubtiere wie Eisbären.

Das Walross verfügt zudem über eine extrem dicke Haut und eine darunter liegende Speckschicht, die bis zu 15 cm dick sein kann. Diese Schicht schützt es vor den eisigen Temperaturen. Ein weiteres markantes Merkmal ist die Fähigkeit des Walrosses, seine Nasenlöcher verschließen zu können, was beim Tauchen nach Nahrung am Meeresgrund nützlich ist. Ihre borstigen Vibrissen, oder Tasthaare, sind hochsensibel und helfen ihnen, Nahrung im trüben Wasser zu lokalisieren.

Ich finde es erstaunlich, dass ein so großes Tier solch feinfühlige Sinnesorgane hat und durch diese selbst kleine Strukturen im Meeresboden erkennen kann. Sie wirken dann so sanft – gerade diesen Kontrast finde ich sehr faszinierend, denn bei Revierkämpfen sind gerade die Männchen sehr angriffslustig.

So kommunizieren Walrosse

Walrosse sind für ihre ausgeprägten Kommunikationsfähigkeiten bekannt, die sie nutzen, um miteinander in ihren sozialen Gruppen zu interagieren. Sie verwenden eine Vielzahl von Lauten, darunter Grunzen, Zischen, Schnauben und bellende Geräusche, um verschiedene Informationen zu übermitteln. Diese Laute spielen eine entscheidende Rolle bei der Paarung, der Abgrenzung von Territorien und der Warnung vor Gefahren.

Neben den akustischen Signalen setzen Walrosse auch auf Körpersprache, wie das Schlagen mit den Flossen oder Kopfstöße, um Dominanz zu zeigen oder Rivalen einzuschüchtern. Visuelle Signale, wie das Aufstellen der Stoßzähne, dienen ebenfalls der Kommunikation, besonders in trüben arktischen Gewässern, wo Lautäußerungen allein möglicherweise nicht ausreichend sind. Diese verschiedenen Kommunikationsformen sind essenziell für die soziale Struktur und das Überleben der Walrosse in ihrer rauen, eisigen Umgebung.

Wie pflanzen sich Walrosse fort?

Die Paarungszeit fällt üblicherweise in die Monate Dezember bis März, wenn die Walrosse sich in großen Gruppen sammeln. Während dieser Zeit führen die Männchen eindrucksvolle Balzrituale durch, um die Aufmerksamkeit der Weibchen zu gewinnen. Sie stoßen tiefe, dröhnende Rufe aus und zeigen oft aggressive Verhaltensweisen, um ihre Dominanz gegenüber anderen Männchen zu demonstrieren.

Nach der Paarung trägt das Weibchen das Embryo zunächst für mehrere Monate in einer verzögerten Einnistung, was bedeutet, dass die eigentliche Schwangerschaft erst später beginnt. Die Gesamttragezeit, einschließlich dieser Verzögerung, beträgt etwa 15 bis 16 Monate. Das Kalb wird dann meist zwischen April und Juni geboren, zeitlich abgestimmt mit dem Schmelzen des Eises, was die Verfügbarkeit von Nahrungsressourcen für das Muttertier erhöht.

Die Kälber werden in den ersten zwei Jahren intensiv von der Mutter betreut, wobei sie in den ersten Monaten ausschließlich von ihrer reichhaltigen Milch leben. Diese enge Bindung zwischen Mutter und Kalb ist entscheidend für das Überleben des Nachwuchses in der rauen und kalten arktischen Umgebung.

Feinde der Walrosse

Die natürlichen Feinde des Walrosses sind vor allem der Eisbär und der Orca. Diese Raubtiere sind in der Lage, selbst erwachsene Walrosse anzugreifen, insbesondere in Regionen, wo ihre üblichen Beutetiere knapp sind.

Eisbären nutzen oft einen Überraschungsangriff, um einzelne Walrosse von den Rändern der Eisschollen ins Wasser zu stoßen, wo sie sie leichter überwältigen können. Orcas hingegen arbeiten koordiniert in Gruppen, um Walrosse zu isolieren und zu ertränken. Trotz ihrer mächtigen Größe und ihrer starken Verteidigungsmechanismen sind Walrosse besonders während der Aufzucht oder wenn sie sich auf Eisschollen ausruhen, verwundbar gegenüber diesen Angriffen.

Neben diesen natürlichen Feinden stellt der Mensch durch direkte Jagd und indirekt durch den Klimawandel, der ihren Lebensraum beeinträchtigt, eine zusätzliche Bedrohung dar.

Was fressen Walrosse?

Walrosse ernähren sich vorwiegend von einer Vielzahl von bodenbewohnenden Meerestieren. Ihre bevorzugte Nahrung besteht überwiegend aus Muscheln, Schnecken und anderen Weichtieren. Sie verwenden ihre empfindlichen, langen Tasthaare, die als Vibrissen bekannt sind, um ihre Nahrung im schlammigen Meeresboden aufzuspüren.

Sobald sie eine Beute gefunden haben, nutzen sie ihren starken Saugmund, um die Schalentiere aus ihren Schalen zu saugen. Neben Weichtieren fressen Walrosse auch Krebstiere, Würmer und in einigen Fällen auch kleine Mengen an Fisch. Ihre effiziente Art der Nahrungsaufnahme ermöglicht es ihnen, in ihrem kalten und oft ressourcenarmen Lebensraum zu überleben.

Fun Facts

  • Praktische Zähne: Die langen Stoßzähne eines Walrosses, die bis zu einem Meter lang werden können, sind eigentlich verlängerte Eckzähne. Diese Stoßzähne werden nicht nur zur Verteidigung gegen Feinde wie Eisbären verwendet, sondern auch, um sich auf Eis zu ziehen und um Dominanz und Partnerbereitschaft während der Paarungszeit zu zeigen.
  • Walrosse sind Tauchkünstler: Sie können bis zu einer Tiefe von 80-90 m tauchen und bis zu 30 Minuten unter Wasser bleiben, um nach Nahrung zu suchen.
  • Besondere Tasthaare: Walrosse können bis zu 700 Tasthaare auf ihrer Schnauze haben, die in 13-15 Reihen um die Nase herum angeordnet sind. Jede Haarsträhne kann bis zu 30 cm lang werden. Die Vibrissen sind an Muskeln befestigt und mit Blut und Nerven versorgt, was sie zu hochsensiblen Tastorganen macht. So können Walrosse mit ihren Tasthaaren Formen und Texturen erkennen.

Können Walross gehalten werden?

Walrosse werden aufgrund ihrer Größe, speziellen Bedürfnisse und ihres komplexen Verhaltens selten in Gefangenschaft gehalten. Sie benötigen spezielle Einrichtungen, die große und kalte Wasserbecken umfassen, sowie Zugang zu Eisschollen oder ähnlichen Umgebungen, die ihre natürlichen Lebensräume simulieren. Einige wenige Zoos und Aquarien weltweit, darunter Einrichtungen in den USA und Russland, haben es geschafft, die spezifischen Anforderungen dieser imposanten Meeressäuger zu erfüllen.

Die Haltung von Walrossen in Gefangenschaft erfordert erhebliche finanzielle Mittel und umfassende Fachkenntnisse in der Pflege und im Management dieser Tiere, um sicherzustellen, dass ihre physischen und psychischen Bedürfnisse angemessen berücksichtigt werden. Trotz dieser Herausforderungen bieten solche Einrichtungen die Möglichkeit, mehr über Walrosse zu lernen und Bildungsprogramme anzubieten, die das Bewusstsein und die Wertschätzung für den Schutz dieser einzigartigen Meerestiere fördern.

Sind Walrosse gefährdet?

Walrosse sind aufgrund verschiedener Faktoren als gefährdete Spezies eingestuft. Ihre Hauptbedrohungen umfassen den Klimawandel, der ihren Lebensraum beeinträchtigt, indem das Meereis, auf dem sie ruhen und gebären, schmilzt. Dies zwingt die Walrosse, längere Distanzen zu schwimmen, um Nahrung zu suchen und sichere Ruheplätze zu erreichen, was insbesondere für Jungtiere belastend ist.

Hinzu kommt die historische Überjagung, die zwar durch internationale Abkommen und Schutzmaßnahmen eingedämmt wurde, deren Auswirkungen auf die Populationsgrößen jedoch noch immer spürbar sind. Zudem bedrohen Ölbohrungen und erhöhter Schiffsverkehr in der Arktis die Walrosse durch potenzielle Ölverschmutzungen und Störungen in ihren natürlichen Verhaltensweisen.

Der Erhalt des Lebensraumes und eine nachhaltige Bewirtschaftung der Arktis sind entscheidend, um das Überleben der Walrosspopulationen langfristig zu sichern.

Schutzprojekte für die Walrosse

1. Internationale Zusammenarbeit zur Meeresraumplanung+
2. Walrus Research Projects+

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